Dieter Kempf zum neuen Präsidenten des BDI gewählt

Dieter Kempf (Bildrechte: BDI)

Dieter Kempf (Bildrechte: BDI)

Die Mitgliederversammlung des BDI hat Dieter Kempf in geheimer Abstimmung zum neuen BDI-Präsidenten gewählt. Er folgt damit Ulrich Grillo, der seit 2012 BDI-Präsident ist und dessen zweite Amtszeit Ende 2016 planmäßig endet.

Kempf führte von 2011 bis 2015 als Präsident den BDI-Mitgliedsverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien). In dieser Zeit war er auch BDI-Vizepräsident. Von Juli 1996 bis März 2016 war er Vorstandsvorsitzender der DATEV eG in Nürnberg, eines Softwareunternehmens mit rund 7000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 880 Millionen Euro.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des BDI oder im Artikel des Tagesspiegel.

Regionale Industrie-Initiativen vernetzen sich

Symbolbild

Wie wichtige der gegenseitige Austausch und die Information über bereits gemachte Erfahrungen ist, zeigte das 2. Treffen der regionalen Industrie-Initiativen, zu dem das N3tzwerk Zukunft der Industrie am 3. November nach Berlin eingeladen hatte. Die 45 Vertreter der regionalen Initiativen berichteten von best-practice-Erfahrungen und Themen, die sich bei regionaler Struktur- und Wirtschaftspolitik stellen. Im Mittelpunkt stand der Bericht zweier Initiativen: einmal der Masterplan der Stadt Frankfurt und von der NRW-Initiative Zukunft durch Industrie e.V. Eröffnet wurde die Veranstaltungen durch einen Vortrag „Herausforderungen für die Industriepolitik der Zukunft“ von Dr. Georg Klose von prognos.

Der Geschäftsführer des N3tzwerk Zukunft der Industrie, Armin Schild, berichtete über die weitere Planung des N3tzwerks, das auch künftig einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch der Industrie-Initiativen sieht.

Hier finden Sie die verschiedenen Präsentationen:

Politische Planung in Bündnis und Netzwerk- Präsentaion des N3tzwerk Zukunft der Industrie

Warum einen Masterplan Industrie für die Stadt Frankfurt am Main?

Herausforderungen für die Industriepolitik der Zukunft- Vortrag von Dr. Klose

„Leuchtturm Projekt“ LANGE NACHT DER INDUSTRIE RHEIN-RUHR

 

Industriepolitischer Dialog – das „Bündnis Zukunft der Industrie“ im Gespräch mit der Europäischen Kommission

Engagierte Diskussion vor interessiertem Publikum: Dr. Klaus Deutsch (BDI), Wolfgang Lemb (IG Metall), Jürgen Zurheide (Moderator) und Dr. Wolfgang Scheremet (BMWi). Copyright FKPH

Engagierte Diskussion vor interessiertem Publikum: Dr. Klaus Deutsch (BDI), Wolfgang Lemb (IG Metall), Jürgen Zurheide (Moderator) und Dr. Wolfgang Scheremet (BMWi). Copyright FKPH

Entscheidende Weichen für die Entwicklung der europäischen Industrie werden in Brüssel gestellt. Deshalb eröffnete das Bündnis Zukunft der Industrie am 28.9.2016 auch in Brüssel einen industriepolitischen Dialog auf europäischer Ebene: Das „Bündnis Zukunft der Industrie“ im Gespräch mit der Europäischen Kommission.

Vor über 80 Teilnehmern eröffneten Rainer Steffens, Leiter der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der EU, als Gastgeber in den Räumen der Landesvertretung, und Armin Schild, Geschäftsführer N3tzwerk Zukunft der Industrie, einen Abend voller spannender Diskussion.

Unter Moderation des Journalisten Jürgen Zurheide diskutierten zunächst Vertreter des Bündnis „Zukunft der Industrie“ über Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit, Handelspolitik.

Dr. Klaus Günter Deutsch, Abteilungsleiter Research, Industrie- und Wirtschaftspolitik beim Bundesverband der Deutschen Industrie betonte den Grundkonsens des Bündnisses, dass wirksame Industrie- und Technologiepolitik zur Steigerung von Wachstum und Beschäftigung erforderlich sind.

Wolfgang Lemb, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, vertrat die gemeinsame Position aller Bündnispartner, dass die Europäische Kommission bei ihren Gesetzen und Richtlinien stärker die Balance zwischen umweltpolitischen Zielen, technisch machbaren Lösungen und entsprechenden Auswirkungen auf industrielle Entwicklung und beschäftigungspolitische Folgen berücksichtigen müsse.

Dr. Wolfgang Scheremet, Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hob hervor: Das Bündnis sei wertvolle „Politikberatung in Echtzeit“.

Ruth Pasermann (Kabinett von EU Kommissarin Thyssen): „Auch die europäische Kommission hat das Ziel, die Industrie in Europa zu stärken.“ Copyright FKPH

Ruth Paserman (Kabinett von EU Kommissarin Thyssen): „Auch die europäische Kommission hat das Ziel, die Industrie in Europa zu stärken.“ Copyright FKPH

Ruth Paserman, stellvertretende Leiterin des Kabinetts von EU Kommissarin Marianne Thyssen, zeigte sich in ihrer Rede beeindruckt von den Ergebnissen der Arbeitsgruppen des Bündnisses. Die politischen Handlungsempfehlungen die im Bündnis erarbeitet wurden, seien wichtige Beiträge zur Diskussion um eine wirksame europäische Industriepolitik. Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ sei ein sehr spannendes Projekt, auch aus dem europäischen Blickwinkel.

In einem weiteren Panel diskutierten Luc Triangle (Generalsekretär industriAll Europe), Alexandre Affre (Direktor BusinessEurope Industrial Affairs Department), Kai Müller (EBR–Vorsitzender General Electric) und Alberto Baban (Präsident der SMI group und Vizepräsident Confindustria) über die Re-Industrialisierung Europas und Anforderungen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht.

In der Schlussrunde betonte Ruth Paserman unter dem Beifall der Anwesenden, dass unter den unterschiedlichen Formaten des sozialen Dialogs das Bündnis „Zukunft der Industrie“ eine neue und aussichtsreiche Dimension darstelle, um wichtige Beiträge für die Zukunft der Industrie in Europa zu bieten.

Abschlussfoto mit den Referenten. V.l.: Armin Schild (N3tzwerk Zukunft der Industrie), Kai Müller, (EBR General Electric), Alberto Baban (Confindustria), Wolfgang Lemb (IG Metall), Ruth Pasermann (E.K.), Luc Triangle (IndustriAll), Dr. Klaus Deutsch (BDI), Jürgen Zurheide, Alexandre Affre (BusinessEurope). Copyright FKPH

Abschlussfoto mit den Referenten. V.l.: Armin Schild (N3tzwerk Zukunft der Industrie), Kai Müller, (EBR General Electric), Alberto Baban (Confindustria), Wolfgang Lemb (IG Metall), Ruth Paserman (E.K.), Luc Triangle (IndustriAll), Dr. Klaus Deutsch (BDI), Jürgen Zurheide, Alexandre Affre (BusinessEurope). Copyright FKPH

Bündnis „Zukunft der Industrie“: Qualifizierung und Innovationskraft entscheiden über den zukünftigen Erfolg unserer Industrie

image6Gemeinsame Erklärung zu Zukunftsthemen der Industrie: Wirtschaft und Gesellschaft sind in Bewegung. Die Digitalisierung treibt diese Veränderung voran. Herausforderungen wie der
Klimawandel, die Energiewende oder der demographische Wandel erhöhen den Anspruch, effizienter zu planen, zu wirtschaften und nachhaltiger zu leben. Mit Industrie 4.0 und intelligenten Dienstleistungen automatisiert, vernetzt, digitalisiert sich alles. Ob das selbstfahrende, elektrische Auto oder Nutzfahrzeuge, die Paketdrohne, der sensitive Roboter in der Fabrik, die fahrerlose UBahn oder moderne und flexible Arbeitszeitmodelle – die Produkte
und Lösungen von morgen werden heute entwickelt. Die digitale Transformation ist im vollen Gange. Doch das ist nur der Anfang. Unsere Verantwortung ist es, Wachstumschancen zu nutzen, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu stärken sowie Mensch und Gesellschaft in den Mittelpunkt des digitalen Wandels zu stellen. Auf die Industrie kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu. Denn: Industrie ist Problemlöser.

Klicken Sie hier um die ganze Pressemitteilung als PDF-Datei (102KB) zu öffnen.

Gemeinsame Presseerklärung des Bündnisses

Steuerliche F&E-Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bis 500 Beschäftigte als ersten Schritt jetzt endlich umsetzen

Schwächen bei der Innovationskraft von KMUs überwinden Aktuelle Haushaltsüberschüsse für die Einführung einer gezielten steuerlichen F&E-Förderung nutzen.

image6In der „Woche der Industrie“, ‎die vom 17.-25.2016 stattfindet, will das Bündnis „Zukunft der Industrie“ mit über 365 Veranstaltungen deutschlandweit den Menschen in unserem Land Leistungsfähigkeit, Innovationsbereitschaft und die unverzichtbaren Beiträge der Industrie zum gesellschaftlichen Wohlstand in zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen näherbringen. Gleichzeitig ist es das Ziel des Bündnisses, klare industriepolitische Handlungsvorschläge zu formulieren, die für die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie von Bedeutung sind. Mehr erfahren unter: www.ihre-industrie.de.

Nachfolgend veröffentlicht das Bündnis daher eine Gemeinsame Erklärung zum Thema Steuerliche F&E Förderung.

Gemeinsame Erklärung zur Einführung einer steuerlichen F&E-Förderung für KMUs:

Forschung und Innovation sind der Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum und nachhaltige Beschäftigung in der Zukunft. Nur so entstehen zukunftsfähige Produkte von morgen. Um auch morgen noch technologisch führend sein zu können, investieren die Unternehmen in Deutschland große Beträge in Forschung und Entwicklung. Nur so werden langfristig Arbeitsplätze gesichert und ausgebaut. Eine besonders wichtige Innovationsquelle ist die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie ist der Garant dafür, dass Deutschland technologisch an der Weltspitze steht.

Die Schere zwischen den großen Unternehmen und den kleinen Unternehmen vergrößert sich. Das schränkt die gesamtwirtschaftliche Technologie- und Wissensdiffusion ein, verringert mögliche Produktivitätssteigerungen und geht so mit einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands einher.

Daher sieht das Bündnis mit Sorge, dass der Anteil der Innovationsausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis 500 Beschäftigte an den gesamten Innovationsausgaben seit Jahren rückläufig ist. Nach der aktuellen ZEW-Innovationserhebung nahmen die Innovationsausgaben der KMU 2014 im Vorjahresvergleich um 9 Prozent ab, die investiven Innovationsausgaben sanken sogar um 20 Prozent. Nach dem Innovationsindikator 2015 des BDI betrugen die Ausgaben für F&E im Mittelstand nur 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit geben KMUs in Deutschland im Durchschnitt weniger für Forschung und Innovationen aus als in den meisten anderen europäischen Ländern. Mit 11 Prozent weist Deutschland zudem unter den weltweit 25 größten Industrieländern den zweitniedrigsten KMU-Anteil an den F&E-Aufwendungen der Wirtschaft aus. Viele Unternehmen können offenbar nicht in dem Umfang wie bisher forschen und entwickeln. Das geht mittelfristig zu Lasten der Innovationskraft und schadet letztlich auch der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Wir haben in Deutschland eine bewährte technologieoffene und gezielte Projektförderung, die weiter ausgebaut werden sollte. Darüber hinaus sind aber weitere unterstützende Instrumente wichtig, damit die ganze Breite des innovativen Mittelstandes erreicht werden kann. Um sich in der Spitzengruppe der Innovationsländer auch in Zukunft behaupten zu können, muss Deutschland die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mittelfristig von derzeit knapp 2,9 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt auf 3,5 Prozent erhöhen. Japan liegt bereits heute oberhalb von 3,5 Prozent, Südkorea über 4 Prozent Anteil der F&E-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt.

Der deutsche Mittelstand muss in seinen Forschungs- und Innovationsaktivitäten auch steuerlich unterstützt werden. Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ fordert, jetzt endlich eine steuerliche F&E-Förderung für innovative KMU bis 500 Beschäftigte einzuführen. Die Erhöhung von Innovationsfähigkeit und Innovationskraft trägt auch dazu bei, Wachstum, qualifizierte F&E-Beschäftigung sowie gute Arbeitsbedingungen zu stärken. Klare Rahmenbedingungen und Kriterien unterstützen die Wirkung dieser Förderung.

Die steuerliche F&E hat den Vorteil von geringen Bürokratiekosten. Die hohe Rechtssicherheit und schnell verfügbare Mittel bringen vor allem bisher nicht oder nur sporadisch forschende Unternehmen dazu, mehr in F&E zu investieren. Konkret wollen wir die Personalkosten für Forschung und Entwicklung mit einer 10%igen steuerlichen Zulage fördern. Diese Zulage wird mit den monatlichen Lohnsteuerzahlungen verrechnet, so dass auch junge Unternehmen, die noch keine Gewinne erwirtschaften, schnell in den Genuss der Vergünstigung kommen.

Auch die Bundesländer fordern seit langem diese breitenwirksame, auf KMU ausgerichtete Förderung. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich, dass der Bundesrat mit seinem länderübergreifenden Beschluss (Bayern, Niedersachsen, NRW, Baden-Württemberg) vom Juni 2016 das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat. Wir als Bündnis wollen daher jetzt eine zügige Umsetzung. Dies ist ein erster Schritt zur Stärkung der Innovationskraft von KMU. Die Bündnispartner organisieren zum Thema Innovationen und steuerliche F&E-Förderungen in der „Woche der Industrie“ viele interessante Veranstaltungen, u.a.:

https://Event.gesamtmetall.org/Events/Details/44d48878-0577-488c-a518-10e1b7d57d44 http://metering-days.de/
http://www.zvei.org/Downloads/Electronic-Components-and-Systems/Programm_VDE_ZVEI%20Symposium_2016.pdf

Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ ist ein starker Zusammenschluss von 17 Partnern aus Industrie, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik. In fünf Arbeitsgruppen werden Handlungsempfehlungen zu den Kernthemen Akzeptanz der Industrie, Stärkung der Investitionstätigkeit, Zukunft der Arbeit in Industrie und industrienahen Dienstleistungen, Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erarbeitet.

Gesellschaftlicher Dialog zur Zukunft der Industrie – Positionspapiere zu wichtigen Fragen der Wirtschaftspolitik

rangierbahnhofDer Industriestandort Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Digitalisierung, Energiepolitik und Klimaschutz, demographischer Wandel, die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und die Entwicklung der Euro-Zone – all diese Entwicklungen machen große Investitionen und enorme Anstrengungen im Bereich der Bildung und Weiterbildung erforderlich.

Um die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen, ist eine moderne Industriepolitik erforderlich, die gemeinsam gestaltet werden muss. Dazu haben die Arbeitsgruppen des Bündnisses sich der Frage gestellt, woraus diese moderne Industriepolitik bestehen kann. Sie legen dazu sechs Positionspapiere vor.

Aufgrund der breiten Beteiligung durch die im Bündnis vertretenen Mitgliedsorganisationen  können sie einen substantiellen Beitrag zu einem gesellschaftlichen Dialog über die Zukunftsfragen der Industrie darstellen. Diesen gesellschaftlichen Dialog N3tzwerk Zukunft der Industrie mit unterschiedlichsten Dialogformaten initiieren.

Informieren sie sich schon jetzt über die Positionen des „Bündnis Zukunft der Industrie zur Zukunft der Industrie in Deutschland:

Weitere Positionspapiere sind in Arbeit und werden Mitte September veröffentlicht.

  • Stärkung der Innovationskraft durch eine steuerliche FuE Förderung
  • Investitionsoffensive Infrastruktur: Wir brauchen eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
  • Digitalisierung und Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft – Handlungsempfehlungen