Bündnis „Zukunft der Industrie“: Qualifizierung und Innovationskraft entscheiden über den zukünftigen Erfolg unserer Industrie

image6Gemeinsame Erklärung zu Zukunftsthemen der Industrie: Wirtschaft und Gesellschaft sind in Bewegung. Die Digitalisierung treibt diese Veränderung voran. Herausforderungen wie der
Klimawandel, die Energiewende oder der demographische Wandel erhöhen den Anspruch, effizienter zu planen, zu wirtschaften und nachhaltiger zu leben. Mit Industrie 4.0 und intelligenten Dienstleistungen automatisiert, vernetzt, digitalisiert sich alles. Ob das selbstfahrende, elektrische Auto oder Nutzfahrzeuge, die Paketdrohne, der sensitive Roboter in der Fabrik, die fahrerlose UBahn oder moderne und flexible Arbeitszeitmodelle – die Produkte
und Lösungen von morgen werden heute entwickelt. Die digitale Transformation ist im vollen Gange. Doch das ist nur der Anfang. Unsere Verantwortung ist es, Wachstumschancen zu nutzen, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu stärken sowie Mensch und Gesellschaft in den Mittelpunkt des digitalen Wandels zu stellen. Auf die Industrie kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu. Denn: Industrie ist Problemlöser.

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Gemeinsame Presseerklärung des Bündnisses

Steuerliche F&E-Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bis 500 Beschäftigte als ersten Schritt jetzt endlich umsetzen

Schwächen bei der Innovationskraft von KMUs überwinden Aktuelle Haushaltsüberschüsse für die Einführung einer gezielten steuerlichen F&E-Förderung nutzen.

image6In der „Woche der Industrie“, ‎die vom 17.-25.2016 stattfindet, will das Bündnis „Zukunft der Industrie“ mit über 365 Veranstaltungen deutschlandweit den Menschen in unserem Land Leistungsfähigkeit, Innovationsbereitschaft und die unverzichtbaren Beiträge der Industrie zum gesellschaftlichen Wohlstand in zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen näherbringen. Gleichzeitig ist es das Ziel des Bündnisses, klare industriepolitische Handlungsvorschläge zu formulieren, die für die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie von Bedeutung sind. Mehr erfahren unter: www.ihre-industrie.de.

Nachfolgend veröffentlicht das Bündnis daher eine Gemeinsame Erklärung zum Thema Steuerliche F&E Förderung.

Gemeinsame Erklärung zur Einführung einer steuerlichen F&E-Förderung für KMUs:

Forschung und Innovation sind der Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum und nachhaltige Beschäftigung in der Zukunft. Nur so entstehen zukunftsfähige Produkte von morgen. Um auch morgen noch technologisch führend sein zu können, investieren die Unternehmen in Deutschland große Beträge in Forschung und Entwicklung. Nur so werden langfristig Arbeitsplätze gesichert und ausgebaut. Eine besonders wichtige Innovationsquelle ist die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie ist der Garant dafür, dass Deutschland technologisch an der Weltspitze steht.

Die Schere zwischen den großen Unternehmen und den kleinen Unternehmen vergrößert sich. Das schränkt die gesamtwirtschaftliche Technologie- und Wissensdiffusion ein, verringert mögliche Produktivitätssteigerungen und geht so mit einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands einher.

Daher sieht das Bündnis mit Sorge, dass der Anteil der Innovationsausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis 500 Beschäftigte an den gesamten Innovationsausgaben seit Jahren rückläufig ist. Nach der aktuellen ZEW-Innovationserhebung nahmen die Innovationsausgaben der KMU 2014 im Vorjahresvergleich um 9 Prozent ab, die investiven Innovationsausgaben sanken sogar um 20 Prozent. Nach dem Innovationsindikator 2015 des BDI betrugen die Ausgaben für F&E im Mittelstand nur 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit geben KMUs in Deutschland im Durchschnitt weniger für Forschung und Innovationen aus als in den meisten anderen europäischen Ländern. Mit 11 Prozent weist Deutschland zudem unter den weltweit 25 größten Industrieländern den zweitniedrigsten KMU-Anteil an den F&E-Aufwendungen der Wirtschaft aus. Viele Unternehmen können offenbar nicht in dem Umfang wie bisher forschen und entwickeln. Das geht mittelfristig zu Lasten der Innovationskraft und schadet letztlich auch der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Wir haben in Deutschland eine bewährte technologieoffene und gezielte Projektförderung, die weiter ausgebaut werden sollte. Darüber hinaus sind aber weitere unterstützende Instrumente wichtig, damit die ganze Breite des innovativen Mittelstandes erreicht werden kann. Um sich in der Spitzengruppe der Innovationsländer auch in Zukunft behaupten zu können, muss Deutschland die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mittelfristig von derzeit knapp 2,9 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt auf 3,5 Prozent erhöhen. Japan liegt bereits heute oberhalb von 3,5 Prozent, Südkorea über 4 Prozent Anteil der F&E-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt.

Der deutsche Mittelstand muss in seinen Forschungs- und Innovationsaktivitäten auch steuerlich unterstützt werden. Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ fordert, jetzt endlich eine steuerliche F&E-Förderung für innovative KMU bis 500 Beschäftigte einzuführen. Die Erhöhung von Innovationsfähigkeit und Innovationskraft trägt auch dazu bei, Wachstum, qualifizierte F&E-Beschäftigung sowie gute Arbeitsbedingungen zu stärken. Klare Rahmenbedingungen und Kriterien unterstützen die Wirkung dieser Förderung.

Die steuerliche F&E hat den Vorteil von geringen Bürokratiekosten. Die hohe Rechtssicherheit und schnell verfügbare Mittel bringen vor allem bisher nicht oder nur sporadisch forschende Unternehmen dazu, mehr in F&E zu investieren. Konkret wollen wir die Personalkosten für Forschung und Entwicklung mit einer 10%igen steuerlichen Zulage fördern. Diese Zulage wird mit den monatlichen Lohnsteuerzahlungen verrechnet, so dass auch junge Unternehmen, die noch keine Gewinne erwirtschaften, schnell in den Genuss der Vergünstigung kommen.

Auch die Bundesländer fordern seit langem diese breitenwirksame, auf KMU ausgerichtete Förderung. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich, dass der Bundesrat mit seinem länderübergreifenden Beschluss (Bayern, Niedersachsen, NRW, Baden-Württemberg) vom Juni 2016 das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat. Wir als Bündnis wollen daher jetzt eine zügige Umsetzung. Dies ist ein erster Schritt zur Stärkung der Innovationskraft von KMU. Die Bündnispartner organisieren zum Thema Innovationen und steuerliche F&E-Förderungen in der „Woche der Industrie“ viele interessante Veranstaltungen, u.a.:

https://Event.gesamtmetall.org/Events/Details/44d48878-0577-488c-a518-10e1b7d57d44 http://metering-days.de/
http://www.zvei.org/Downloads/Electronic-Components-and-Systems/Programm_VDE_ZVEI%20Symposium_2016.pdf

Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ ist ein starker Zusammenschluss von 17 Partnern aus Industrie, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik. In fünf Arbeitsgruppen werden Handlungsempfehlungen zu den Kernthemen Akzeptanz der Industrie, Stärkung der Investitionstätigkeit, Zukunft der Arbeit in Industrie und industrienahen Dienstleistungen, Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erarbeitet.

Gesellschaftlicher Dialog zur Zukunft der Industrie – Positionspapiere zu wichtigen Fragen der Wirtschaftspolitik

rangierbahnhofDer Industriestandort Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Digitalisierung, Energiepolitik und Klimaschutz, demographischer Wandel, die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und die Entwicklung der Euro-Zone – all diese Entwicklungen machen große Investitionen und enorme Anstrengungen im Bereich der Bildung und Weiterbildung erforderlich.

Um die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen, ist eine moderne Industriepolitik erforderlich, die gemeinsam gestaltet werden muss. Dazu haben die Arbeitsgruppen des Bündnisses sich der Frage gestellt, woraus diese moderne Industriepolitik bestehen kann. Sie legen dazu sechs Positionspapiere vor.

Aufgrund der breiten Beteiligung durch die im Bündnis vertretenen Mitgliedsorganisationen  können sie einen substantiellen Beitrag zu einem gesellschaftlichen Dialog über die Zukunftsfragen der Industrie darstellen. Diesen gesellschaftlichen Dialog N3tzwerk Zukunft der Industrie mit unterschiedlichsten Dialogformaten initiieren.

Informieren sie sich schon jetzt über die Positionen des „Bündnis Zukunft der Industrie zur Zukunft der Industrie in Deutschland:

Weitere Positionspapiere sind in Arbeit und werden Mitte September veröffentlicht.

  • Stärkung der Innovationskraft durch eine steuerliche FuE Förderung
  • Investitionsoffensive Infrastruktur: Wir brauchen eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
  • Digitalisierung und Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft – Handlungsempfehlungen

DIHK und WV Stahl Mitglied im N3tzwerk Zukunft der Industrie

Auf der Vorstandsitzung des N3tzwerks Zukunft der Industrie wurden am 5. Juli zwei neue Mitglieder mit einstimmigen Beschluss aufgenommen: der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Beide Mitglieder werden sich aktiv an dem Arbeitsprogramm und der Woche der Industrie beteiligen. DIHK und WV sind auch neue Mitglieder im Bündnis Zukunft der Industrie.

wv-stahlDamit gehören jetzt dem Bündnis 17 Partner aus Industrie- und Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie an. Neben den drei Initiatoren BMWi, IG Metall und BDI sind dies: der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesarbeitgeberverband Gesamtmetall, der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie auf Gewerkschaftsseite der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Alle Mitgliedsorganisationen wollen zusammen an der Zukunft des Industriestandortes arbeiten. Angesichts von Megatrends wie Demografie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit soll das Modell Deutschland mit industrieller Wertschöpfung, hochwertiger Arbeit, innovativer Qualitätsproduktion, Tarifbindung und Mitbestimmung zukunftsfähig gemacht werden.

Industrieverbände und Industriegewerkschaften haben dazu unter dem Motto „Wir haben noch viel vor. Ihre Industrie“ eine Industrie-Kampagne gestartet, die mit zahlreichen Aktivitäten in den kommenden Jahren den Nutzen der Industrie für die Gesellschaft der Bevölkerung näherbringen soll. Auf einer Internet-Plattform www.ihre-industrie.de wird über diese Initiative informiert.

„Schwere Zeiten für die Briten“ – Markus Kerber im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur

BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber erwartet nach dem Brexit-Votum wirtschaftlich schwierige Zeiten für Großbritannien. Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur spricht er von einem „tragischen Ereignis“ mit Folgen für die deutsche wie auch die britische Industrie.

Jetzt sei es wichtig nach vorne zu schauen und eine Lösung für die anstehenden Probleme zu finden. Kerber dazu: „Denn jetzt wird es darum gehen, dass zwei tief miteinander verflochtene Handelsregionen – die Briten auf der einen und die Europäer mit Deutschland als Spitzenwirtschaft an der Spitze –, dass die ihre Wirtschaftsbeziehungen neu regeln, und das in einem Verhältnis, wo beispielsweise allein in Großbritannien bei deutschen Unternehmen über 400.000 Menschen, also Briten und Britinnen ihre Arbeit finden.“

Lesen Sie das ganze Interview auf der Seite des Deutschlandradio Kultur.

IG Metall beteiligt sich an der Woche der Industrie vom 19. – 25. September 2016

IG_Metall.svgFrankfurt am Main. Die IG Metall beteiligt sich mit eigenen Aktivitäten an der bundesweiten  Woche der Industrie, zu der das Bündnis „Zukunft der Industrie“ vom 19. bis 25. September 2016 aufgerufen hat. Diese Aktionswoche, die unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel steht, soll insbesondere die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie als zentralen Leitsektor einem breiten Publikum deutlich machen. „Das ist eine Chance einerseits für die Industrie als Beschäftigungsmotor, die auf Innovation und Qualifikation setzt, in der Öffentlichkeit zu werben. Und andererseits können so zentrale Schlüsselthemen wie fehlende Investitionen in die Infrastruktur oder die Ausstattung der Berufsschulen öffentlich platziert werden“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt.

Sowohl die Betriebsräte wie die Geschäftsstellen der IG Metall werden sich in der Woche vom 19. bis 25. September an Aktivitäten beteiligen. Zudem sind eine Maschinenbaukonferenz sowie eine Tagung „Zur Zukunft der dualen Ausbildung“ geplant. Träger der Woche der Industrie ist das Bündnis „Zukunft der Industrie“. Im Bündnis haben sich 15 Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zusammengeschlossen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internet-Plattform www.ihre-industrie.de.